Verkehrskonzept mit reichlich Luft nach oben

In der letzten SV-Versammlung ging es wieder einmal um das Verkehrskonzept für Kühlungsborn. Als Positiv erachten wir den Einstieg in eine City-Bus-Linie, wenngleich diese noch nicht elektrisch umgesetzt werden soll. Hier hätte man mit einer rein elektrischen Variante ein klares Zeichen in Richtung Zukunft setzen können. Die Integration der City-Bus-Linie in den ÖPNV-Fahrplan begrüßen wir.
Ebenso stösst die Fertigstellung des Radweges an der Reriker Straße (Titelfoto) auf unsere Zustimmung.
Leider ist uns das Konzept allgemein viel zu Autoverkehrs-lastig. Das geplante Park-Leitsystem wird zu der von der Noveg gewünschten höheren Auslastung des Parkhauses an der Rudolf-Breitscheid-Straße (Edeka-Ost) führen. Und auch zu einer weiteren Erhöhung des Autoverkehrs in Strandnähe führen, anstatt die Auffang-Parkplätze, z.B. am Grünen Weg, zu füllen.
Die Ostsee-Allee wird nicht zur Fahrradstraße, sondern durch die neuen Bus-Ausstiegsstellen sogar noch Autoverkehrs-mäßig mehr belastet.
Völlig unverständlich aus unserer Sicht, dass der vermeintlich zu geringe Straßenverkehr als Argument für die Ablehnung von weiteren Zebrastreifen und Überquerungshilfen dient.
Wir kritisieren, dass es keine Initiative zur Reparatur der durch Stürme und Abbrüche beschädigten Teilstrecken des ‚Europäischen Radwander-Fernweges‘ gibt. Weder zwischen Bastorf und Rerik, noch zwischen Heiligendamm über Börgerende bis Nienhagen. Obwohl man ja angeblich mit den anderen Ostseebädern im regen Austausch steht. Stattdessen zieren Schilder mit der Aufschrift ‚Radfahrer bitte absteigen‘ dort den Radweg – einfach absurd!

Das komplette Konzept ist wenig kreativ und zeigt wiederholt, dass sich Kühlungsborn sehr schwer damit tut, zukunftsorientiert zu agieren.

Foto 2020 © Friedemann Arndt

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